Capoeira an unserer Schule  

Was ist Capoeira überhaupt?

Im nordöstlichen Brasilien entwickelte sich vor Jahrhunderten, zunächst in den Sklavenhäusern und später in Gegenden, wo sich entflohene Sklaven versteckten, die heutige Kampfkunst "Capoeira". Die Wurzeln dieser Kampfkunst liegen vermutlich in traditionellen afrikanischen Kriegstänzen und Ritualen, welche die Sklaven aus ihrer Heimat mitbrachten. Sie übten und verbesserten ihre Kampfpraktiken als Tanz getarnt. Waren Sklavenaufseher anwesend, wurden in der Muttersprache Lieder gesungen, geklatscht und getanzt. War man alleine, wurde Capoeira geübt.

Inhaltlich spielt sich Capoeira auf drei Ebenen ab: dem Kampf, der Musik und der „Roda“ (port. „Kreis“) als gesellschaftlichem Rahmen, in dem der Kampf stattfindet. Die Kampftechniken selbst zeichnen sich durch extreme Flexibilität aus; es gibt viele Drehtritte, eingesprungene Tritte und Akrobatik. Traditionell wird von den Teilnehmern zu den Kämpfen Musik gespielt, diese folgt einem Endlos-Rhythmus in verschiedenen Variationen; dazu werden passende, häufig noch aus der Zeit der Sklaverei stammende Lieder gesungen. Auch daher ist Capoeira für unsere Schülerinnen und Schüler so spannend, weil sie nicht nur lernen, tanzend zu kämpfen oder kämpfend zu tanzen, sondern auch, einen Trommel- oder Klatschrhythmus zu spielen und dabei brasilianische Lieder zu singen.  

Wie kam Capoeira zu uns nach Düsseldorf?
In Düsseldorf und Köln wird Capoeira unter anderem durch die Gruppe „Chapéu de Couro“ repräsentiert. Sie wurde 1983 von Mestre (Meister) Corisco (José Olimpio Ferreira da Silva) gegründet. Sie ist die älteste Capoeiragruppe in Recife, Pernambuco in Brasilien.

Von Mestre Corisco ausgebildete Professoren haben mittlerweile auch in Europa Trainigsgruppen gegründet, eine davon mittlerweile an unserer Schule! Das Besondere ist an Capoeira nämlich, dass es fast alle spielen können, die sich auf den Füßen fortbewegen. Der Lehrer heißt übrigens Roberto Ferreira dos Santos, den wir aber nur Roberto oder Nego nennen. Er steht immer noch in engem Kontakt mit seinem Meister in Recife und versucht, dessen traditionelle Anschauung und Philosophie weiter zu vermitteln und zu bewahren.  

Gibt es beim Capoeira auch farbige Gürtel?
Die Capoeiragruppe Chapéu de Couro hält sich an die „graduação das sete cordas“, also die Graduation durch sieben Kordeln. Die Kordeln, die vom Meister verliehen werden, sind nicht nur eine Auszeichnung für das Können des Schülers, vielmehr sollen sie ihn auf seiner Reise durch das Leben und durchs Capoeira begleiten. So spielt für den Erwerb einer Kordel nicht nur das Sportliche eine Rolle, sondern auch andere Fähigkeiten, wie z.B. Singen oder das Beherrschen eines Instrumentes. Eine besondere Ehre wird unserem Schülern und Schülerinnen wahrscheinlich im Juni 2007 zuteil. Dann besucht Robertos brasilianischer Meister Deutschland, um die von Roberto trainierten Gruppen zu begutachten und ihnen Prüfungen abzunehmen. Zu diesem Capoeira-Großereignis ist auch unsere Gruppe an einem Wochenende im Juni eingeladen, und Roberto hat schon angedeutet, dass er mit uns so zufrieden ist, dass wir durch eine feierliche Zeremonie, der Batizado (sinngemäß Feuertaufe) in den Kreis der Capoeirista aufgenommen werden!

Wo kann man sich noch über Capoeira informieren?
Unser Partner-Verein Chapéu de Couro hat eine eigene Homepage:
 
http://www.capoeira-nrw.de.
Dort kann man z.B. auch nachlesen, wann Trainingszeiten außerhalb der Schule stattfinden oder welche Ereignisse rund um Capoeira in Düsseldorf wichtig sind.

 Und zum Schluss: Wie sieht es aus, wenn wir Capoeira spielen?

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